
Reisen
Im September 2011 bereisten wir zum
zweiten Mal Südafrika.
Da uns auf unserer ersten Reise das westliche Kap so faszinierte,
starteten wir
unsere Rundreise auch dieses Mal dort. Entlang der Garden Route reisten
wir zu einigen der schönsten Nationalparks
Südafrikas, wie z.Bsp. zum
Addo Elephant Park, den St. Lucia Wetlands, Hluhluwe, Mkhuze und
natürlich dem Krüger Nationalpark.
Leider gibt es nur noch in den
südafrikanischen Sommermonaten
Direktflüge nach Kapstadt. So flogen wir mit South African
Airways von
Frankfurt über Johannesburg zum Westkap.
In Kapstadt findet man zahlreiche Autovermietungen. Wir mieteten ein
kleineren Allradwagen (Daihatsu Terrios) bei Europcar und machten damit gute
Erfahrungen.
Informationen zu Unterkünften findet man auf zahlreichen
Webseiten. Auf der Seite Reiseinfos/Links
habe ich einige zusammen gestellt. Sehr nützlich sind aber
auch die Unterkunftsbücher des AA
(Qualitiy Assured Accomodation Programme) und das Bed and Breakfast Guide Book Portfolio,
das man kostenlos in der Touristeninformation in Kapstadt
erhält.
Zur Sicherheitslage informiert das Auswärtige Amt. Die Seite
Fit for Travel gibt
ausführliche medizinische Reisehinweise.
Touristische Informationen zu Sehenswürdigkeiten,
Nationalparks usw.
findet man ebenfalls auf vielen Webseiten. Einige davon habe ich auf
der Seite Reiseinfos/Links
aufgeführt.
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Da
wir unseren
Mietwagen erst mittags erhielten, legten wir unseren ersten
Übernachtungsstopp in Swellendam
ein. Man erreicht die Stadt nach ca. 230 km über die gut
ausgebaute N2. Swellendam liegt in der Region Overberg und ist die
drittälteste Stadt Südafrikas. Es sind noch etliche
kapholländische Gebäude erhalten. Mit rund 6000
Einwohnern hat sich das nette Städtchen seine Beschaulichkeit
bewahrt. Die zahlreichen Gästehäuser liegen
häufig an der Hauptstraße, der Voortrek Straat, wo
sich auch die Touristeninformation befindet. Wir wohnten hier in der Country Lodge. Sie liegt
ziemlich am Ortsausgang in einem schönen Garten, etwas zurück von der
Straße.
Swellendam ist der ideale
Ausgangspunkt für einen Besuch des nahe gelegenen Bontebok
Nationalparks (siehe
Reise 2007).
Die Weiterfahrt von Swellendam nach Wilderness, ebenfalls auf der N2,
ist zunächst wenig spektakulär. Häufig ist
die Straße vierspurig ausgebaut. Erst kurz vor Wilderness, am
Beginn der Garden Route, wird die Landschaft und die Vegetation wieder
ursprünglicher und man erreicht die Küste.
Wilderness
ist ein beliebter Ferienort mit zahlreichen
Unterkunftsmöglichkeiten. Der Ort liegt an der
Mündung des Touws River in der Wilderness-Section des Garden
Route Nationalparks. Dieser vereint heute die 3 Gebiete von
Wilderness, der Knysna Lagune und des Tsitsikamma Nationalparks zu
einem großen Park. Die Wilderness-Section umfasst
u.a. den Mündungsbereich des Touws River, die
Wilderness und die Swartvlei Lagoon, sowie einige als Vlei bezeichnete
Seen (Africaans für Sumpf). Der Salzgehalt dieser Seen ist
unterschiedlich hoch und sie gehören zu den artenreichsten
Wasservogel-Gebieten Südafrikas. Im Gebiet gibt es Wanderwege
und Campingplätze.
Wir wohnten in dem wunderschönen Gästehaus Wilderness Manor,
das wir durch Zufall entdeckten und unbedingt empfehlen
können. Es liegt in der Waterside Road direkt an der
Wilderness Lagune. Das Gästehaus hat sehr
gemütliche Zimmer und elegante Aufenthaltsräume und
die Besitzer bieten einen besonders persönlichen und aufmerksamen
Service (siehe
auch Seite Unterkünfte).

Die
Garden Route
führt weiter über die Orte Sedgefield, Knysna mit der
Knysna Lagune, dem Ort Plettenberg Bay zum Tsitsikamma
Nationalpark (siehe
Reise 2007 bis Knysna und
bis
Storms River). Da wir diese Gebiete bereits auf
unserer Reise 2007 besucht hatten, legten wir unterwegs zwar etliche
Stopps ein, fuhren aber schließlich durch bis Jeffrey´s Bay,
kurz vor der Stadt Port Elizabeth.
Der kleine Ort wird auch als Surfer´s Paradise bezeichnet.
Neben zahlreichen Wochenendhäusern findet man auch einige
private Gästehäuser. Wir entschieden uns für
das Bed und Breakfast On
the Bay. Neben kleineren Zimmern bietet es auch
etwas größere und gemütliche Familienzimmer
mit gutem Frühstück.
Am nächsten Morgen befolgten wir den Rat der netten
Gastgeberin Carla und fuhren direkt über die R334 und die R335
zum Addo Nationalpark. Die ca. 150 km lange Fahrt ist über
weite Strecken landschaftlich schön und schon vor dem kleinen
Ort Addo findet man die ersten Unterkünfte. Wir versuchten
unser Glück aber direkt im Nationalpark und bekamen Anfang
September problemlos ein Selbstversorger-Chalet in dem schönen
Addo Main Camp, wo wir zwei Tage verbrachten (zu dieser Zeit waren noch
zahlreiche Chalets verfügbar, was Anfang Oktober
während einer Ferienwoche nicht mehr der Fall war). Im
Restcamp gibt es auch ein Restaurant, eine Tankstelle und einen Shop,
in dem man neben Andenken auch etliche Lebensmittel erhält.
Beim Einchecken erhält man eine gute Karte. Sie
zeigt die zahlreichen Fahrwege und Rundwege, die teilweise auch geteert
sind. So ist es tagsüber problemlos möglich den Park
mit dem eigenen Wagen zu erkunden. Man kann im Park aber auch
geführte Touren, sowie Nachtfahrten buchen.
Der Eintritt beträgt 130 Rand für Erwachsene.
Der Addo Elephant Park
wurde bereits 1935 gegründet um die bis dahin verfolgten
Elefanten zu schützen. Er erfreut sich immer
größerer Beliebtheit, denn seit 2003, nach der
Ansiedlung einiger Löwen, findet man nun auch wieder die "Big
Five". Weitere Tiere, die man neben den zahlreichen, großen
Elefantenherden häufig sehen kann, sind Zebras, Kudus,
Warzenschweine, Erdmännchen, Meerkatzen und
Schabrackenschakale. Auch die Vogelwelt ist mit rund 250 Arten
zahlreich vertreten.
Wir befuhren etliche Wege und Loops. Besonders ergiebig war der Gorah Loop, denn
hier wechseln sich Buschvegetation und Wiesen ab. Und auf den freien
Flächen ist es natürlich viel einfacher die Tierwelt
zu entdecken. Diese Strecke ist auch landschaftlich schön,
denn die Gegend ist hügelig und auf den saftigen Wiesen
blühten zahlreiche Wildblumen. Auch der Weg in Richtung Harpor Dam war
zunächst sehr lohnenswert. Er führt an der Cwarrie Pan, einem
Wasserloch vorbei. Hier hielten sich gleich mehrere Elefantenfamilien
auf und wir konnten die Tiere beim Trinken und Baden beobachten. Danach
wird die Vegetation dann allerdings ziemlich buschig und es wird
schwieriger Tiere zu erspähen.

Als
nächstes Ziel wollten wir die Drakensberge ansteuern. Da
jedoch in Reiseführern aus Sicherheitsgründen davor
gewarnt wird die N2 zwischen East London und Kokstad zu befahren,
entschieden wir uns für die nördlichen Drakensberge
und den Royal Natal Nationalpark. So fuhren wir zunächst von
Addo auf der R 342 in Richtung Patterson und weiter auf der N10 in
Richtung Cradock. Landschaftlich ist diese Strecke noch sehr
schön. Die Straße steigt stellenweise steil an, ist
oft kurvenreich und man erreicht immer wieder Höhen von ca.
1200 Metern. Hier wachsen noch zahlreiche Aloe-Gewächse, die
zu dieser Jahreszeit wunderschön rot blühen.
Ab dem Städtchen Cradock nahmen wir die R 61 in Richtung Osten
nach Queenstown. Die Straße ist sehr gut ausgebaut und wenig
befahren. Unterwegs sahen wir häufig Meerkatzen am
Straßenrand.
Queenstown bietet sich als Übernachtungsmöglichkeit
an, denn hier gibt es etliche Unterkünfte.
Über die N6 gelangt man in Richtung Bloemfontein. Bis zu dem
Ort Aliwal North, ebenfalls mit
Übernachtungsmöglichkeiten, ist die Landschaft noch
relativ abwechslungsreich. Es wird immer bergiger und über
weite Strecken befindet man sich auf einer Höhe von knapp 1700
Metern. Dann wird die Fahrt allerdings langweilig, denn
schließlich fährt man auf einer kargen und
vertrockneten Hochebene. Nur ab und zu lassen sich einige scheue
Erdmännchen am Straßenrand blicken.
In Bloemfontein
suchten wir nach einer Übernachtungsmöglichkeit und
gerieten dabei in die nicht sehr freundlich wirkende und etwas
heruntergekommene Innenstadt. Schließlich fanden wir in einer
freundlicheren Gegend am Stadtrand nahe der N8 einige nette
Unterkünfte und übernachteten in der Country
Lodge.
Die Weiterfahrt von Bloemfontein verläuft zunächst
noch ziemlich eintönig. Ab Bethlehem wir die Strecke dann
endlich wieder interessanter.
Die Landschaft der nördlichen Drakensberge in der Provinz
KwaZulu-Natal ist sehr beeindruckend.
Der Royal Natal
Nationalpark wurde 1916 gegründet und bietet
spektakuläre Bergpanoramen, Wasserfälle und
Wildbäche. Bemerkenswert ist das so genannte Amphitheater,
eine fünf Kilometer lange Felswand. Der Mont-aux-Sources ist
mit 3282m der höchste Gipfel. Im Park gibt es etliche,
unterschiedlich schwierige Wanderwege. Es gibt
Übernachtungsmöglichkeiten in Camps und auf
Campingplätzen.
Aber auch außerhalb findet man in der Nähe des
Nationalparks sehr viele Unterkünfte. Wir entschieden uns
für das Mont-aux-Source
Resort, da es sehr nahe am Park liegt. Mit dem
Auto erreicht man den Park in wenigen Minuten. Von dem großen
Hotelgelände hat man eine herrliche Aussicht auf das
Amphitheater und die Zimmer sind geräumig.
Die Weiterfahrt von Bergville über Ermelo bis Middelburg
verläuft dann wieder ziemlich eintönig. Hinzu kommen
unendlich lange Wartezeiten durch viele Baustellen. So
übernachteten wir in Middelburg in dem Sindisa Guesthouse.
Wir
beziehen ein geräumiges Familienzimmer, das separat
in einem schönen Garten liegt. Auch das gemeinsame
Frühstück mit den netten Gastgebern Glenda und John
war sehr reichhaltig und Glenda bereitete uns ihre Spezialität, köstliche
Omeletts, zu.




Allmählich
wurde es Zeit den Rückweg zum Westkap anzutreten. Nachdem wir
uns mit einigen Einheimischen unterhalten haben, entschieden wir die N2
durch das Gebiet der ehemaligen Transkei zu nehmen. Noch immer warnen
Reiseführer vor dieser Strecke. Gründe sollen die
Sicherheit, aber auch der Zustand der Straße sein. Was die
Sicherheit betrifft, so rieten man uns längere
Stopps lediglich an größeren Tankstellen zu machen.
Die Straße selbst ist inzwischen allerdings hervorragend
ausgebaut und tiefe Schlaglöcher, wie immer noch beschrieben,
fanden wir nur auf einem ganz kurzen Stück. Auch wird darauf
hingewiesen, dass man nur langsam fahren kann, da es keine
Zäune gibt und sich häufig Nutztiere auf der
Straße befinden. Aber auch hier sahen wir keinen Unterschied
zu vielen Strecken im Osten Südafrikas. Lediglich innerhalb
der Ortschaften kamen wir nur sehr schleppend und langsam voran, was
aber daran lag, dass wir an einem Freitag unterwegs waren. Dann finden
in den Städten größere Märkte
statt, zu denen die Menschen aus der Umgebung kommen. So ging es hier
völlig chaotisch zu und wir konnte nur Schritttempo fahren.
Um die Strecke bei Tageslicht zu bewältigen, fuhren wir von
St. Lucia zunächst nach Port
Shepstone, südlich von Durban. Hier und in den
Nachbarorten findet man einige Unterkünfte. Wir
übernachteten im Kapenta
Bay, einem Ferienresort. So konnten wir am
nächsten Morgen die "gefährliche" Strecke in Richtung
East London antreten und wir erreichten gemütlich bei
Tageslicht das Örtchen Chintsa
und die Cintsa
Lodge. Von ihr hatte uns Carla, die Besitzerin
des B&B in Jeffreys Bay bereits erzählt. Wie sich nun
herausstellte, gehört diese Unterkunft einem deutschen
Ehepaar. Die Zimmer sind modern und sehr geschmackvoll eingerichtet und
die Lodge liegt auf einem Hügel, so dass man einen tollen
Ausblick auf die Cintsa Lagune genießen kann. Die Bewirtung
im
Gästehaus war sehr aufmerksam und freundlich und wir
hätten uns einen längeren Aufenthalt hier gut
vorstellen können (siehe
auch Seite Unterkünfte).
Wir wollten aber gerne nochmals über den Addo Elephant Park
zur Garden Route reisen und so zogen wir weiter. Dieses Mal war im
Restcamp allerdings keine Unterkunft mehr verfügbar, da hier
inzwischen die Ferienzeit angebrochen war. Auch das nahe gelegene Elephant House
war
ausgebucht. Hier bot man uns aber ein Zimmer auf der Farm der Besitzer
an und da es inzwischen schon dunkel wurde, übernachteten wir
in dieser urigen Unterkunft. Das Zimmer war groß, die
Ausstattung gut und wir wurden mit einem Glas Wein empfangen. Lediglich
das Frühstück, das wir in der Lodge zu uns nahmen,
war ziemlich karg und mit Abstand das schlechteste unserer Reise. Die
Lodge hat wohl schon bessere Tage gesehen.
Dann kam es, wie es kommen musste, es regnete am nächsten Tag
in Strömen und im Park zeigte sich fast kein Tier. Dies war
der einzige Regentag unserer gesamten Reise.
Als nächstes Ziel steuerten wir nochmals das tolle Wilderness Manor Guesthouse
an, wo wir freudig begrüßt wurden. Wir genossen den
Aufenthalt hier wieder sehr (siehe
auch Seite Unterkünfte).
Unterwegs hatten wir lediglich in Natures
Valley im Tsitsikamma Nationalpark einen längeren Stopp
eingelegt.
Auf unserer ersten Südafrikareise waren wir bereits ein kurzes
Stück auf der R62 nach Montagu gereist. Da uns die Landschaft
außerordentlich gut gefallen hatte, beschlossen wir dieses
Mal die gesamte Strecke von Wilderness nach Montagu zu fahren. Bereits
hinter der Stadt George beginnt eine wunderbare Strecke bis zum Ort
Oudtshoorn. Die Straße windet sich spektakulär
über einen Pass und entlang tiefer Schluchten. Dann beginnt
die R62 und
führt nach Montagu. Diese Strecke war landschaftlich ein
richtiges Highlight und wir waren wieder fasziniert von den
rötlichen Berglandschaften und der blühenden
Vegetation hier.
Montagu ist
eine nette, europäisch anmutende und gemütliche
Kleinstadt, in der alles sehr ordentlich und adrett wirkt. Es gibt
zahlreiche Gästehäuser, gemütliche
Restaurants und Cafés und nette, kleine Shops. Hier wohnten
wir im Malherbe
Guesthouse, das am Ortsausgang an der
Hauptstraße liegt. Es gehört netten,
holländischen Besitzern und die schönen Zimmer liegen
in einem kleinen Garten.
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